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Sankt Jakobus Bruderschaft Kalkar

Spätestens in den Jahren zwischen 1455 und 1477 wurde die Sankt Jakobus Bruderschaft Kalkar als damals jüngste mittelalterliche Schützengesellschaft der Stadt gegründet. Es liegen sogar Hinweise dafür vor, dass die Geschichte der Bruderschaft bis ins 14. Jh. zurück reicht. Dafür sprechen Einträge in den historischen Unterlagen und ein bereits 1386 erwähnter Jakobusaltar in der Vorgängerkirche von St. Nicolai. Und: Die Konsekration des Kirchenneubaus wurde 1450 auf den Jakobustag gelegt.

Zumindest seit 1477 besteht die Bruderschaft ununterbrochen, weshalb sie als die älteste Jakobus Bruderschaft Deutschlands gilt. Sie war und ist ein Teil einer europaweiten Bewegung, die in der Wallfahrt zum legendären Grab des Apostels Jakobus des Älteren (Jacobus Maior) nach Santiago de Compostela ein Spiegelbild des christlichen Lebenswegs sieht. Die Tradition der irdischen Pilgerschaft – diese wird durch den Pilgerstab symbolisiert – umfasst auch die Übernahme von Verantwortung in der Stadt Kalkar, die Sorge um Arme und Hilfsbedürftige sowie das Gedenken an all jene, die das Ziel des Weges auf Erden schon erreicht haben.

Jakobus der Ältere war der Sohn des Fischers Zebedäus (die stets auftauchende Muschel gibt hier einen klaren Hinweis) und der Salome sowie Bruder des Jüngers Johannes. Jakobus zählte neben seinem Bruder und Petrus zu den drei bevorzugten Jüngern, die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten Gethsemane zugegen waren. Der Überlieferung zufolge verkündete er nach Pfingsten das Evangelium in der Gegend um Samaria und Jerusalem, bis er durch König Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 geköpft wurde. Jakobus war somit der erste Märtyrer unter den Aposteln.

Leider gingen im Laufe der Jahrhunderte beispielsweise in den Wirren der Kriege viele Belege des Wirkens der Bruderschaft verloren. Der Trinknapf aus dem Jahr 1619 blieb jedoch erhalten und stellt bis heute einen plastischen Beleg dafür dar, wie Gemeinschaft in Kalkar gelebt wird. Jeder Bruder, der nach Antrag und geheimer Abstimmung in die Bruderschaft aufgenommen wird, muss bis zum heutigen Tage erst ein Glas in einem Zug leeren, bevor er offiziell als aufgenommen gilt – früher wurde dafür der wertvolle Trinknapf eingesetzt. Die Bruderschaft trifft sich stets zur Jakobuskirmes im Sommer in gemütlicher Runde mit den Damen sowie am Samstag vor dem dritten Advent zum Bruderschaftsabend – begonnen werden beide Tage mit Gottesdiensten in St. Nicolai, während derer die Brüder im Hochchor Platz nehmen dürfen.

Seit 1996 besitzt und betreibt die Bruderschaft gemeinsam mit den anderen vier Bruderschaften und vier Gilden die im Jahr 1770 errichtete Mühle am Hanselaer Tor in Kalkar. Diese Lohwindmühle nahe des Rathauses ist ein weit sichtbarer Beweis für das bis heute starke Bürgerengagement in Kalkar, das immer schon für viel Bewegung in der kleinen Stadt am Niederrhein gesorgt hat.

Im Jahr 2001 stiftete die Jakobus Bruderschaft Kalkar ein Fenster für St. Nicolai. Das an der Westseite neben dem Turm befindliche Jakobusfenster war nicht die erste Spende für die Stadtpfarrkirche.

Der heutige Jakobusaltar datiert im Kern aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. und ist ein beeindruckendes Zeugnis der seit mehr als 550 Jahren gelebten Verehrung des Heiligen in der Stadt. Dort stehen dem Hl. Jakobus der Hl. Petrus und der Hl. Matthäus zu Seite, während auf den Flügelbildern links die Enthauptung des Jacobus Maior und rechts das Martyrium des Jacobus Minor dargestellt sind.

Die Bruderschaft besteht derzeit aus folgenden 20 Brüdern:
Kapitän Karl-Ludwig van Dornick, Leutnant Ludger Braam, Fähnrich Paul Boothe, Vizefähnrich Hans-Gerd Verhülsdonck, Schütt Gunar Ader sowie die Brüder Dr. Rudolf Gewaltig, Dr. Günter Kühnen, Dr. Erhard Coenen, Karl Braam, Heinz Boothe, Heinz Vehring, Helmut Nuy, Franz-Egon Scholten, Franz-Josef Boenke, Karl-Heinz Rottmann, Norbert Hos, Rainer Vehring, Stephan Weber, Oliver Görtz und Dr. Günther J. Bergmann.

Kontakt

St. Jakobus Bruderschaft
Kapitän
Karl Ludwig van Dornick

Monrestraße 19
47546 Kalkar

Telefon 02824 93271

Die Lauffahne aus dem Jahr 2010

Das 2001 gespendete Jakobusfenster.